05.05.2013

Kurzrezi: Zwei an einem Tag – D. Nicholls

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David Nicholls
Zwei an einem Tag
Beziehungs-Drama, Liebesroman
Kein und Aber, 2011
TB, 545 Seiten, 9,99 €
HC: 16,90 €
Kindle-Edition: 9,99 €
gelesen auf dem Kindle Paperwhite und
ein wenig auf dem iPad mini
ASIN: B0053PTP4O

Bewertung:

Inhaltsangabe (Amazon):

»Gerade stelle ich mir dich mit 40 vor!« – doch in dieser Nacht, am 15. Juli 1988, sind Emma und Dexter noch zwanzig, haben sich bei der Abschlussfeier kennengelernt, die Nacht zusammen durchgemacht, am nächsten Morgen gehen beide ihrer Wege. Wo werden sie an genau diesem Tag ein Jahr später stehen? Und wo in all den darauffolgenden Jahren? Und werden sich die beiden, die einander niemals vergessen können und deren Wege sich immer wieder kreuzen, weiterhin immer gerade knapp verpassen – oder können sie sich selbst und dem anderen irgendwann eingestehen, dass sie trotz aller markanten Unterschiede füreinander bestimmt sind? Während zwanzig Jahren nimmt David Nicholls jeweils den 15. Juli ins Visier, zeigt, wie Emma und Dexter ihren Weg suchen, reisen, lieben, ausprobieren, sich aber nie aus den Augen verlieren.

Gerade heute habe ich mich mit meiner besseren Hälfte darüber unterhalten, dass ein Protagonist etwas an sich haben sollte, eine Eigenschaft, das Aussehen oder Benehmen, ein Talent oder was auch immer, das der Leser auch hat oder zu haben glaubt, um sich mit der Person identifizieren zu können. Dann sind es gute Protagonisten und die Meinung über das Buch fällt eher gut aus.

Fangen wir mit Dexter an: Kurz gesagt ist er eigentlich die meiste Zeit ein Kotzbrocken und ein Typ, mit dem ich nichts zu tun haben möchte. Nicht nur, dass er sich an so ziemlich jedes Mädchen heranmacht, er lässt auch sonst nichts aus, nimmt Drogen, Alkohol, lernt nichts Anständiges, hat eigentlich keinen Beruf, liest nicht und bringt mich zu einer sehr unruhigen Nacht, weil ich mir um seine kleine 7 Monate alte Tochter Sorgen mache, als er sie eine Nacht allein betreuen muss und das in stockbesoffenem Zustand tut!!! Das geht absolut überhaupt nicht. Das ist ein NO-GO. Den Mann hätte ich nicht mal mit dem Hintern angesehen!

Die zweite Protagonistin ist Emma. Sie ist ganz anders als Dexter, wenn sie meiner Meinung nach auch viel zu lange braucht, um zu wissen, was sie will und sich erst ziemlich spät eine Existenz aufbaut. Sie hat zu wenig Selbstbewusstsein, das sie aber mit der Zeit erringt. Ansonsten ist sie eher ein stilles Wasser und entwickelt sich weiter. Und sie liest. Also zumindest dies bringt uns zueinander.

Ehrlich gesagt kann ich nicht verstehen, was Em an Dex findet, und als sie endlich glücklich sind, wird ihr Leben abrupt beendet. Natürlich stürzt Dexter wieder ab und braucht lange und wieder andere Menschen, um aus dem Sumpf herauszukommen und sich dem Leben zu stellen. Allein kriegt der Typ einfach nichts gebacken.

Ich weiß nicht, was ich von dem Buch halten soll. Ich bin hin und hergerissen. Der Schreibstil hat mir gefallen, ich war in England und Schottland mit ihnen unterwegs, sogar in Paris, fand die Idee gut, immer den 15.07. eines Jahres herauszupicken und über 20 Jahre zu schildern, was beide erleben, aber die Geschichte selbst, diese Liebe auf Distanz und unter Glas über 20 Jahre hinweg und vor allem die Exzesse Dexters – das war nicht so meins. Ein paar Tränen hab ich allerdings verdrückt, als Em diesen Unfall hatte…

Dies ist doch (fast) meine Generation, aber ich bin wohl anders.

Und so meine ich, dass es gute Unterhaltung war, mich sogar gefesselt hat, aber hätte ich vorher gewusst, was für ein Mann Dexter ist, hätte ich das Buch wohl nicht gekauft

Ein Mix aus allen positiven und negativen Empfindungen beim Lesen ergibt 07/10 Punkte.

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