23.08.2015

{Gehört}: Liebste Tess | Rosamund Lupton

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Autor: Rosamund Lupton
Titel: Liebste Tess
Genre: Thriller
Übersetzer: Barbara Christ
Verlag: Hoffmann und Campe, [19.08.2010]
HC, 384 Seiten, 19,95 €
ISBN: 3455402844
Kindle-Edition: 8,99 €
ASIN: B004WRIP22
Radioropa Hörbuch, [19.11.2013]
Spieldauer: 10 Std., 41 Min (ungekürzt)
Sprecher: Daniela Wutte
MP3-CD: 9,95 €

Bewertung: 

Inhaltsangabe (Amazon):

Tess und Bee sind ein ungleiches Schwesternpaar. Es trennen sie nicht nur etliche Jahre, sondern auch ihre Lebensart und -einstellung. Dennoch vergeht kein Tag, an dem die Kunststudentin und die Karrierefrau sich nicht mindestens mailen. Umso größer ist der Schock, als Bee erfährt, dass Tess tot im Hyde Park gefunden wurde. Bees tiefe Trauer mischt sich mit Wut, als ihre Versuche, die Polizei von ihrer »absurden« Selbstmordtheorie abzubringen, scheitern. Verzweifelt tritt sie die Flucht nach vorn an. In einem langen, ergreifenden Abschiedsbrief an ihre Schwester schildert Bee, wie sie auf eigene Faust ermittelt. Dabei kommt sie nicht nur der Wahrheit immer näher, sondern auch sich selbst - bis sie einen großen Fehler macht.

ungekürzte Lesung auf 1 MP3-CD, Laufzeit: 10:41 Stunden

Meine Meinung:

Das ist der wohl schönste, längste und inhaltsschwerste Brief, den ich je gelesen habe…

Eine interessante Idee, einen Thriller, ja eigentlich schon einen Psychothriller, allein als Brief zu schreiben, als Brief der hinterbliebenen Schwester an deren jüngere tote Schwester.

Tess und Beatrice stehen sich sehr nahe. Als Beatrice’ Mutter sie anruft und sagt, Tess sei verschwunden, setzt sich Beatrice sofort ins Flugzeug und fliegt nach London, um ihre Schwester zu finden. Als sie schließlich tot aufgefunden wird, deutet alles auf einen Selbstmord hin, doch Beatrice kann das nicht glauben und macht Gott und die Welt verrückt, indem sie überall Fragen stellt, um herauszufinden, was wirklich geschehen ist. Als sie endlich alle Antworten auf ihre Fragen bekommt, ist es fast zu spät…

Das Buch fängt sprachgewaltig an und zog mich sofort in Bann. Da Beatrice’ Anschuldigungen und Unglaube lange Zeit nicht für voll genommen werden, klingen die ersten 7 Stunden zunehmend verzweifelt, aber durch die Fruchtlosigkeit auch über lange Strecken etwas mühsam. Erst im letzten Viertel nimmt das Buch so richtig an Fahrt auf, als ich meinen Verdacht bestätigt fand und schlussendlich auch um Bee bangen musste.

Daniela Wutte hat das Buch meines Erachtens hervorragend eingelesen. Vor allem liest sie in einem flotten Tempo und kann dennoch allen Figuren durch sprachliche Nuancierung eigene Stimmen geben. Mir gefiel ihre ganze Art des Sprechens sehr. Deshalb wundert es mich etwas, dass in ihrer Vita nur Filme und Serien auftauchen, in denen sie mitgespielt hat, aber kein Hörbuch erwähnt wird. Aber vielleicht hat sie als erfolgreiche Schauspielerin auch keine Zeit für Hörbücher.

Über die Bewertung habe ich lange nachgedacht. Zum Ende hin würde ich durchaus 9-10 Punkte geben, aber weil sich die Stunden davor teilweise etwas ereignislos dahinschleppten, gebe ich dann doch eher 08/10 Punkte, also eine 2+. Die aber in vollem Maße verdient. Allein die Idee des Briefes in einer wirklich sehr schönen Sprache verdient einen Zusatzpunkt.

Zitat (Beginn):

Liebste Tess,
ich würde alles tun, um jetzt bei dir zu sein, in diesem Moment, weil ich dann deine Hand halten, dir ins Gesicht blicken, deine Stimme hören könnte. Wie kann ein Brief die Berührung, das Sehen und Hören ersetzen – all die sensorischen Rezeptoren und Sehnerven und schwingenden Trommelfelle? Aber wir haben es früher schließlich auch geschafft, Worte als Unterhändler einzusetzen, nicht wahr?

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