24.08.2012

Ausgehört [Rezi]: Todesmarsch – S. King

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Stephen King
schreibt als Richard Bachmann
Todesmarsch
Horror
Dauer: 10 Std., 47 Min (ungekürzt)
gelesen von David Nathan
Download: 20,95 € oder im
Flexi-Abo für 9,95 €

Bewertung:

Inhaltsangabe (Audible):

Staatschef "Major" organisiert zur allgemeinen Belustigung einen "Todesmarsch", einen Marathon auf Leben und Tod. 100 Jugendliche, zwischen 14 und 17 Jahren, nehmen teil unter der Bewachung des Militärs. Die Regeln sind tödlich: erschossen wird, wer langsamer als 4 Meilen pro Stunde wird, gegessen wird nur zu bestimmten Zeiten und geschlafen wird gar nicht. Nur einer kann siegen, und die Überlebenschancen stehen 1:100. Dem Gewinner winkt unermesslicher Reichtum und den Verlierern der Tod...

>> Diese ungekürzte Hörbuch-Fassung wird Ihnen exklusiv von Audible präsentiert und ist ausschließlich im Download erhältlich.

Kein Schriftsteller schreibt immer gleich gut. Das ist Tatsache. Ich erinnere mich da z.B. an Dean R. Koontz, dessen Bücher ich auch sehr gern lese. Da gab es ein paar, bei denen ich mich gefragt habe, ob er Ghost-Writer hatte oder Druck vom Verlag…

Die Bücher, die ich von King bisher gelesen oder gehört habe, haben mir alle sehr gut gefallen. Ich wüsste jetzt nicht, ob ich schon mal weniger als 8 Punkte vergeben hätte, ich glaube nicht.

Bei diesem Hörbuch aber habe ich so viele Fragen und Anmerkungen…

Fangen wir mit dem Anfang an – ich bekam einen Mordsschreck, als Helmut Krauss die Einleitung sprach! Wer erinnert sich noch daran, dass Helmut Krauss für mich ein absolutet No-Go ist? Hand hoch!

Zum Glück übernahm dann aber der Hörbuch-Gott David Nathan. *SchweissVonneStirnWisch*, und damit war garantiert, dass ich bis zum Ende bei der Stange bleiben würde. David Nathan ist für mich der absolut genialste Sprecher. Es gibt viele sehr gute, aber er ist genial und hat für mich bei diesem Hörbuch einen gut Teil der Punkte gesammelt, die ich hier vergebe, denn:          

Was will uns Stephen King mit diesem Buch wohl sagen? Ich bin nicht dahinter gekommen, da ich auch nicht weiß, in welcher Zeit das Ganze spielen soll. Keine Jahreszahlen, nichts. Will der Autor einfach die Frage erörtern: Wie lange kann ein Mensch gehen, ohne Pause, ohne zu schlafen, mit einer ständigen Geschwindigkeit von mindestens 4 Meilen, also 6.437376 km/h!!!? Und deshalb hat er wohl auch die dynamischsten, energiegeladensten Menschen für diesen Marsch gewählt, nämlich Jungen im Alter von 14-17 Jahren.

Man lasse sich das ganze Mal auf der Zunge zergehen: In einer Stunde 6,4 km zu laufen! Die normale Schrittgeschwindigkeit ohne zu Bummeln beträgt etwa 4 km/h!

Natürlich liegt auf der Hand, dass NIEMAND so schnell so lange laufen kann, ohne Schaden zu nehmen, und das auch noch ohne jegliche Verschnaufpause! Und so erfahren wir dann eine Menge über das Versagen einzelner Organe, beschleunigter Alterungsprozess, Krankheitssymptome bis hin zum Wahnsinn. Wer einmal bei diesem Marsch mitmacht, ist dem Tode geweiht, denn jeder, der länger als 3 Minuten langsamer als 6,4 km/h ist, wird gnadenlos erschossen! Und zwar von Soldaten, die keine Gemütsregung zeigen und bis auf ihr monotones “Warnung. 2. Warnung für Nummer 47”. nichts sagen.

Sind diese Soldaten eventuell Cyborgs? Welchen Sinn und Zweck hat das Ganze, da dieser hier “dokumentierte” Marsch nicht der erste war? Will man in diesem Amerika alle männlichen Nachkommen eliminieren? Warum? Und die Zuschauer, sind sie schon so abgestumpft, dass sie dem Hinrichten jubelnd zusehen?

Es gibt nicht nur Jungs, die erschossen werden, sondern auch solche, die einfach tot umfallen… Aber die Soldaten gehen auf Nummer sicher und ballern lieber noch ein paar Kugeln in die Leichen hinein…

Ich bezweifle allen Ernstes, dass der Gewinner überhaupt etwas von seinem Gewinn hat. Denn er wird wohl nie wieder laufen können, vielleicht sogar Zeit seines Lebens ans Bett gefesselt sein, und das wahrscheinlich sogar mit dauerhaft geistigem Schaden. WAS ist daran erstrebenswert? Wieso sollte sich überhaupt jemand für diesen Marsch registrieren?

Was also will uns dieses Buch sagen?

Was Stephen King allerdings wieder hervorragend gemeistert hat ist, 10 Stunden und 45 Minuten über einen einzigen Marsch zu schreiben, mit vielen Erinnerungen der Jungen gespickt, keine ganzen Lebensgeschichten diesmal, dafür sind die Jungen dann noch nicht lange genug auf der Welt.

Dank David Nathan gebe ich 07/10 Punkte – dieser King hat mich mal nicht völlig überzeugt.

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