06.08.2012

Kurzrezi: Die Entscheidung der Hebamme (3) – S. Ebert

cover

Sabine Ebert
Hebammen-Reihe, Band 3
Die Entscheidung der Hebamme
Historischer Roman
Kindle-Edition: 9,99 €
TB, 672 Seiten – 10,99 €
Hörbuch-Download (gekürzt): 10,95
ASIN der Kindle-Edition: B004X2X44U

Bewertung:

Inhaltsangabe (Amazon):

Die Geschichte von Marthe und Christian geht weiter Magdeburg im Jahre 1179: Auf dem Hoftag wirft Kaiser Barbarossa Heinrich dem Löwen den Fehdehandschuh hin. Das bedeutet Krieg, und Christian und Marthe müssen jeden Tag damit rechnen, dass er auch ihr Dorf erreicht. Schließlich nimmt Markgraf Otto von Meißen Christian als einen seiner Heerführer mit in den Kampf, während Marthe eine andere Herausforderung zu bestehen hat: Otto hat nämlich für die Zeit des Kriegszuges seinem machtbesessenen ältesten Sohn das Kommando über die Christiansdorfer Burg übertragen. Diesem sind Marthe und ihre besonderen Kräfte schon lange ein Dorn im Auge …

Es ist interessant zu beobachten, dass bei den meisten LeserInnen dieser Serie die Punktzahl mit dem 3. Buch abnimmt. Warum das so ist, kann ich nur vermuten. Während in den ersten Bänden die Geschichte der jungen Marthe mehr im Vordergrund steht, ihre besondere Gabe und die beginnende Liebe zwischen Christian und ihr, geht es nun mehr um die Geschichte jener Zeit, die Geschichte um Christiansdorf, der späteren Stadt Freiberg. Zwar haben Marthe, Christian und ihre Familie noch immer einen großen Platz in dieser Story, schließlich heißt die Reihe nicht umsonst “Hebammen-Reihe”, aber das, was ich vor allem im ersten Band ein wenig vermisste: die historischen Begebenheiten, die aus einem gerodeten Wald ein Dorf und schließlich eine Stadt entstehen ließen, nehmen nun endlich mehr Raum ein.

Nachdem ich die gekürzten Fassungen der ersten beiden Bände wegen der Geschichte der Stadt Freiberg gehört und eben vor allem wegen des verschwindend geringen historischen Anteils daran nicht so berauschend fand, aber mich gern eines Besseren belehren lasse (zumal ich die Bände der Reihe in gedruckter und eBook-Form besitze), habe ich nun gewagt, die Reihe von Anfang an zu lesen.

Ich wusste nun, worauf ich mich einlasse und kam daher besser mit dem Umstand zurecht, zunächst eine Liebesgeschichte des Mittelalters zu lesen und erst dann nach und nach mehr über die Stadt Freiberg zu erfahren. Deshalb unterscheiden sich meine Bewertungen auch nicht sonderlich

In diesem Band erhält Christiansdorf ganz am Schluss die Stadtrechte, und leider müssen wir uns auch von so manchem Protagonisten verabschieden. Mittelalter bedeutet Krieg, Willkür, Mord und Todschlag, da ist es nicht weiter verwunderlich. Außerdem waren natürlich die medizinischen Kenntnisse auch einer Kräuterkundigen noch nicht so weit, dass alle Krankheiten geheilt und Wundbrand gänzlich verhindert werden konnte. Im Feldlager gab es zudem kaum heilende Frauen, diese Arbeiten wurden von Feldscheren verrichtet. Wie oft starb ein Mann an einer Wunde, die einfach nur steril gehalten hätte werden müssen?

Verwunderlich ist hingegen schon, wie oft Frauen wohl vergewaltigt wurden und wie stark sie damals gewesen sein müssen, um das mehr oder weniger wegzustecken, zu verkraften und zur Tagesordnung überzugehen, wohingegen heute weit weniger ausreicht, um eine Depression auszulösen…

Mir hat dieser 3. Band wieder sehr gut gefallen, und da wir uns nun langsam dem Teil nähern, der mich von Anfang an interessierte, werde ich nicht allzu lange mit dem 4. Band warten

Ich gebe 09/10 Punkte.

1 Kommentar:

  1. Hallo Sunsy,
    das finde ich gut, dass du diesen Band empfiehlst und auch schreibst, warum du das tust. Ich habe ja nach dem zweiten Band eine Pause eingelegt, weil ich fand, es reicht und es würde immer nur wieder der selbe Aufguss kommen. Offenbar ist dem so nicht und das dürfte dazu führen, dass ich mir den dritten Band nun auch downloaden werde. Sturmhöhe habe ich so gut wie fertig. Hat mir übrigens noch besser gefallen als Jane Eyre. - "Verwunderlich ist hingegen schon, wie oft Frauen wohl vergewaltigt wurden ..." - eigentlich nicht verwunderlich. Es hat ja noch bis ins letzte Jahrhundert gedauert, bis Frauen endlich mal "Nein" sagen durften. Und so richtig akzeptiert wird das von Teilen der Männerwelt bis heute nicht. Und solange Frauen nur überleben konnten, wenn sie sich unterordneten, war das wohl ziemlich normal. Die physische Gewalt war so schlimm wie die psychische (Abhängigkeit), die mir ja bei "Jane Eyre" so gegen den Strich geht - in "Sturmhöhe" ebenfalls. Oh - da könnte ich stundenlang was zu schreiben.
    Liebe Grüße
    Elke

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