01.09.2007

Rezi: Dreh dich nicht um




Karin Slaughter
Dreh dich nicht um
Thriller
Wunderlich-Verlag
HC, 462 Seiten
ISBN: 3805207727


Inhaltsangabe:

Als die Leiche des Studenten unter der Brücke gefunden wird, deutet alles auf einen Selbstmord hin. Für Sara Linton, Gerichtsmedizinerin des kleinen Städtchens, und ihren Ex-Mann Polizeichef Jeffrey Tolliver, traurige Routine. Deshalb denkt sich Sara nichts dabei, ihre hochschwangere Schwester Tessa im Wagen warten zu lassen, während sie den Fundort in Augenschein nimmt. Aber als Sara zum Auto zurückkehrt, ist Tessa verschwunden. Schließlich finden sie sie in einem Wäldchen. Blutüberströmt und ohne Bewusstsein. Jemand hat mehrfach mit einem Messer auf ihren Bauch eingestochen. Während im Krankenhaus der Kampf um Tessas Leben beginnt, stehen Sara und Jeffrey vor einem Rätsel: Haben sie es mit einem wahnsinnigen Rassisten zu tun?

Mord oder Selbstmord?

Im dritten Band mit dem Polizeichef Jeffrey Tolliver und der Kinderärztin und Gerichtspathologin Sara Linton ist der von Karin Slaughters Schreibstil bereits gefangene Leser von der ersten Seite an mit angehaltenem Atem dabei. Zwar kommt auch hier wieder die etwas eigenartige Beziehung der beiden zum Ansatz, aber vordergründig geht es um mehrere Morde, die vielleicht in Zusammenhang stehen, oder auch völlig unabhängig von einander verübt worden sein können. Oder war am Ende doch der eine oder andere Selbstmord darunter? Was genau passt da nicht ins Bild? Und was hat Saras Schwester Tessa mit der Sache zu tun?

Das Leben „danach“

Es fällt sehr schwer, das Buch aus der Hand zu legen. Und das mag einer der Gründe gewesen sein, warum ich in der letzten Woche zu wenig Schlaf abbekommen habe . Karin Slaughter lässt ihre Figuren alle sehr menschlich wirken, mit einigen Fehlern und Schwächen behaftet, versucht jeder, sein Leben in den Griff zu bekommen und geht dabei völlig unterschiedlich vor. Ein Thema ist dabei: Wie lebe ich nach einer Vergewaltigung weiter? Vor allem nach einer solchen, die Lena im zweiten Buch „Vergiss mein nicht“ durchgemacht hat. Was richtet eine solche Tat in einem Menschen an? Wie geht es danach weiter? Lena ist keine starke Persönlichkeit, sie ist labil, und so rutscht sie in ein Leben hinein, das alles andere als einfach ist.

Ein weiteres Thema ist das Problem der körperlichen Misshandlungen in einer Beziehung. Warum verlassen Frauen, die von ihren Männern geschlagen werden, diese nicht einfach? Warum nehmen sie sie sogar noch in Schutz?

Und alles das packt Karin Slaughter in einen spannenden Thriller, wo diese Probleme sehr gut dargestellt und doch nur Randprobleme sind. Daher ist es unumgänglich, dass ich volle 10 von möglichen 10 Punkten gebe, quasi die Note 1+ - und selbstnuschelnd werde ich die Folgeromane ebenfalls lesen

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