04.12.2012

Kurzrezi: Der Besucher – S. Waters

cover


Sarah Waters
Der Besucher
mystisch-historischer Roman
Bastei Lübbe
TB, 576 Seiten, 9,99 €
erschienen: 12.10.2012
Kindle-Edition: 8,49 €
mit der Leselotte gelesen
ISBN: 3404167678

Bewertung:

Klappentext:

Hundreds Hall, ein majestätisches Anwesen im ländlichen England, Wohnsitz der Familie Ayres. Als der Landarzt Dr. Faraday wegen eines Notfalls herbeigerufen wird, ist er wie gebannt von der geheimnisvollen Atmosphäre des Hauses. Doch schon bald erfährt er, dass in Hundreds Hall merkwürdige Dinge geschehen: Möbelstücke, die ein Eigenleben führen, bedrohliche Geräusche, die unerklärbar scheinen. Dr. Faraday begegnet der wachsenden Panik der Familie zunächst mit Ruhe. Doch das Schicksal der Ayres nimmt unaufhaltsam seinen Lauf - und ist enger mit seinem eigenen verwoben, als er ahnt ...

Das Cover und der Klappentext hatten es mir angetan. Es war ganz klar, das Buch musste mit. Dass ich dann doch recht lange für die 576 Seiten brauchte, liegt zum einen daran, dass die Seiten sehr klein und eng bedruckt sind und ich dann abends doch den Kindle Touch vorzog, bei dem ich die Schriftgröße je nach Müdigkeit der Augen in der Größe einstellen kann. Zum anderen an der langatmigen Erzählkunst der Autorin, denn es geschah eigentlich lange Zeit nichts außer Gesprächen.

Und auch, als dann merkwürdige Dinge geschahen und Dr. Faraday alles mit erschöpften Gemütszuständen etc. verharmloste, zog mich das Buch nicht so in den Bann, wie ich gehofft hatte.

Allerdings wollte ich wissen, was nun wirklich dahinter steckte. Schließlich brachte die Autorin mich durch Andeutungen zu den seltsamsten Mutmaßungen. Aber leider bin ich auch am Ende kein bisschen schlauer geworden.

Ist es ein Geist? Etwas Übernatürliches? Das Wesen des Anwesens? Oder hat es doch natürliche Ursachen? Wer war derjenige, den Caroline auf der Empore sah?

Schade, aber diese Fragen bleiben offen, und ich fühle mich von der Lektüre eher unbefriedigt zurück gelassen.

An dem Erzählstil von Sarah Waters ist allerdings nicht zu mäkeln. Die viktorianische Zeit rinnt aus jeder Zeile, man sieht alles direkt vor sich. – Daher gebe ich 06/10 Punkte.

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