22.01.2026

{Gehört}: Botanik des Wahnsinns | Leon Engler

Autor: Leon Engler
Titel: Botanik des Wahnsinns
Genre: Belletristik, Roman, Psychologie
Verlag: DUMONT, [12.08.2025]
Hörbuch: [5 Std., 46 Min.], ungekürzt
Sprecher: Johannes Nussbaum
auch im eBook- u. HC-Format erschienen
hier: gehört über die NetGalley-App
mein Dank geht an den Verlag und NetGalley.de 💚

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Inhaltsangabe (Amazon): 

Als bei der Zwangsräumung der Wohnung seiner Mutter durch eine Verwechslung alles von Wert in die Müllverbrennungsanlage wandert, bleibt dem Erzähler wortwörtlich nur der Abfall der eigenen Familiengeschichte. Wie hat es so weit kommen können?

Der Erzähler blickt auf die Biografie seiner Familie: ein Stammbaum des Wahnsinns. Die Großmutter bipolar, zwölf Suizidversuche, der Großvater Stammkunde in Steinhof, die Mutter Alkoholikerin, der Vater depressiv.

Und er blickt auf seinen eigenen Weg: Eine Kindheit im Münchner Arbeiterviertel. Die frühe Angst, verrückt zu werden. Die Flucht vor der Familie ins entfernte New York. Jahre in Wien mit Freud im Kaffeehaus. Und wie er schließlich doch in der Anstalt landet – als Psychologe. Bei der Arbeit mit den Patienten lernt er, dass ein Mensch immer mehr ist als seine Krankheit, dass Zuhören wichtiger ist als Diagnostizieren. Vor allem aber muss er sich bald die Frage stellen, was das sein soll: ein normaler Mensch. Eine aus dem Ruder gelaufene Familienanamnese? Ein Schelmenroman? Ein Lehrstück in Empathie?

Leon Englers Debüt ist all das und mehr, ein zärtlicher Befreiungsschlag, die Geschichte einer Versöhnung.

©2025 DuMont Buchverlag (P)2025 DuMont Buchverlag

Meine Meinung: 

Dieses Hörbuch ist für den Hörbuchpreis Deutschland in der Kategorie "bester Interpret" nominiert. Der Interpret sagte mir zunächst nichts. Ich habe zuvor noch nichts gehört, das er gelesen hat, doch da mir das Cover und auch die Inhaltsangabe zusagten, habe ich mich dafür entschieden, es zu hören.

Es ist kein einfaches Buch, kein "normaler" Roman, eher eine Kreuzung aus Sachbuch, Ratgeber und Erzählung. Durch dieses Buch können alle Menschen, ob sie selbst an einer psychischen Krankheit leiden, jemanden in der Familie haben oder in der Bekanntschaft, mehr über eine Auswahl dieser Krankheiten erfahren, um ggfs. besser damit umgehen zu können.

Teils humorvoll, teils tiefgründig, erzählt der Autor in der ersten Person Singular aus dem Leben einer Familie, in der einige Symptome in den Genen zu liegen scheinen. Von der bipolaren Erkrankung über Depressionen und verschiedene Süchte bis hin zur eigenen Infragestellung und zur eigenen Angst, verrückt zu werden, ist alles dabei. Was mich erkennen lässt, dass jeder Erkrankte eine eigene Version der diagnostizierten Krankheit hat, es also kein Allheilmittel gegen Depressionen, verschiedene Ängste oder das Suchtverhalten gibt, allein schon, weil die Sucht nicht die Ursache, sondern die Lösung für die Probleme der Menschen ist, der Ursache für eine gewisse Zeit zu entfliehen. 

Johannes Nussbaum als Sprecher empfand ich als passend, aber nicht so gut, dass ich ihn nominieren würde...

Meine Bewertung: 74/100 bzw. 07/10 Punkte.

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