29.08.2015

{Gelesen}: Böse Absichten | Keigo Higashino

klick zu Amazon.de

Autor: Keigo Higashino
Titel: Böse Absichten
Übersetzer: Ursula Gräfe
Genre: Kriminalroman
Verlag: Klett-Cotta, [23.05.2015]
TB, 255 Seiten, 14,95 €
ISBN: 360898027X
Kindle-Edition: 257 Seiten, 11,99 €
ASIN: B00W96YJLE
gelesen [auf dem Kindle Paperwhite 3]

Bewertung: 

Inhaltsangabe (Amazon):

Am Tatort erkennt Kommissar Kyochiro Kaga den besten Freund des Ermordeten wieder. Vor vielen Jahren unterrichteten er und Nonoguchi gemeinsam an einer öffentlichen Schule. Kaga ging in den Polizeidienst, während Nonoguchi den Lehrerberuf an den Nagel hängte, um sich mit mäßigem Erfolg dem Schreiben zu widmen. Im Laufe der Ermittlungen findet Kaga Hinweise, dass die Beziehung der beiden Schriftsteller alles andere als freundschaftlich war. Doch die eigentliche Frage ist nicht wer oder wie, sondern warum. Wenn Kaga kein Motiv für den Mord nachweisen kann, wird die Wahrheit nie ans Licht kommen. In einem brillanten Katz-und-Maus-Spiel kämpfen der Kommissar und der Killer um die Vergangenheit und den tatsächlichen Tathergang.

Meine Meinung:

Als allererstes ist mir das wunderschöne Cover aufgefallen. Ein gemalter Kirschblütenzweig und Blutstropfen in einem. Obwohl der Autor schon zuvor meine Aufmerksamkeit erregt hatte, habe ich das Buch eine Zeitlang auf meinem Wunschzettel schmoren lassen, denn 11,99 € für ein 257 Seiten eBook ist jetzt nicht gerade ein Schnäppchen, aber ich wusste, ich musste es irgendwann lesen, und jetzt war der geeignete Zeitpunkt.

Keigo Higashino zeigt erneut seine brillante Japanische Erzählkunst. Schnörkellos, in einer klaren Sprache geschrieben und übersetzt, fällt dieser Roman völlig aus dem Rahmen. Das Thema Mobbing an Schulen ist hintergründiges Thema und lässt uns bewusst werden, wie machtlos oft ein Lehrer dem gegenüber ist.

Allein der Aufbau ist schon ungewöhnlich. Es handelt sich nämlich ausschließlich um Aufzeichnungen. Entweder die von Osamu Nonoguchi oder die des Kommissars Kyochiro Kaga. Abwechselnd kommen beide schriftlich zu Wort, indem sie eine Art Bericht verfassen.

Ein Mord ist geschehen. Osamu Nonoguchi und die Frau des Ermordeten finden gemeinsam die Leiche und informieren die Polizei. Der Täter bleibt zunächst rätselhaft, wird jedoch schnell entlarvt, nicht zuletzt, weil er selbst es nicht abstreitet und ein schriftliches Geständnis ablegt. Dennoch bleibt das Motiv lange Zeit im Dunkeln und Kommissar Kaga ist es zu verdanken, dass er sich nicht mit dem Geständnis allein zufrieden gibt, sondern jedes Detail aufzudecken gedenkt und eine großangelegte Recherche startet. Letzten Endes ist das Motiv genauso erschütternd, wie die Schlussfolgerungen Kagas entwaffnend sind.

Ein grandioses Buch, welches noch eine ganze Weile in mir nachhallen wird.

Die volle Punktzahl: 10/10 Punkte.

Zitat (der erste Absatz):

Es geschah am 16. April, es war ein Dienstag.
Um halb vier Uhr nachmittags verließ ich das Haus und machte mich auf den Weg zu Kunihiko Hidaka, der nur eine Haltestelle mit der Bahn entfernt wohnte. Von dort muss man zwar noch kurz mit dem Bus fahren, dennoch braucht man, wenn man den Fußweg hinzuzählt, alles in allem nur etwa zwanzig Minuten.

Bücher des Autors:

  • Mord am See
  • Verdächtige Geliebte – rezensiert 17.01.2013 – 09/10 Punkte
  • Heilige Mörderin
  • Böse Absichten – beendet 29.08.2015 – 10/10 Punkte

27.08.2015

{Gelesen}: Verschollen | Åke Smedberg

klick zu Amazon.de

Autor: Åke Smedberg
Titel: Verschollen
Reihe: John Nielsen (1)
Übersetzer: Kerstin Schöps
Genre: Skandinavischer Krimi
Verlag: Universo, [2011]
HC, 288 Seiten, nur gebraucht erhältlich
TB, 283 Seiten, nur gebraucht erhältlich
ISBN: 3869972521
ASIN: B00569LZJU
gelesen [ohne Hilfsmittel, nur mit Lesebändchen]

Bewertung: 

Klappentext:

Eines Tages verschwindet die neunzehnjährige Anna-Greta Sjödin spurlos in den einsamen Wäldern Nordschwedens. Ihre Leiche wird nie entdeckt, der Täter entkommt ungestraft. Bis der Journalist John Nielsen den Fall dreißig Jahre später wieder aufrollt und sich auf die Suche nach dem Schuldigen macht. Doch die Geister, die er ruft, werden ihm alsbald zur tödlichen Bedrohung: Denn ein unheimlicher Unbekannter beginnt mit Nielsen ein grausames Spiel…

Meine Meinung:

Völlig unerwartet haben sich wieder zwei Bücher in meine Bibliothek und somit SuB geschlichen. Eines davon konnte ich von diesem Stapel schon befreien :)

Es handelt sich um einen skandinavischen Krimi, der eigentlich gar kein Krimi ist, denn einen richtigen Ermittler gibt es hier gar nicht. John Nielsen, ein freischaffender Journalist mit einer Vergangenheit, die nur kurz gestreift wird, wird von einem Polizeibeamten nach Bräcke, einer abgelegenen schwedischen Ortschaft, gerufen, weil die Leiche einer jungen Frau gefunden wurde, über deren Verschwinden Nielsen vor 28 Jahren einen Artikel geschrieben hat.

Doch scheint dem Polizeibeamten gar nicht an der Aufklärung des Falles gelegen zu sein, er benimmt sich jedenfalls sehr merkwürdig. Überhaupt scheint in Schweden ein Mord zu verjähren. Und auch Nielsen bleibt für mich relativ farblos, wenn ich auch einiges über ihn im Laufe des Lesens in Erfahrung bringen konnte. So richtig warm geworden bin ich mit ihm nicht. Er ist eher ein wortkarger, etwas eigenbrötlerischer Mann in den besten Jahren, der zur Trinksucht und Faulheit neigt.

Auch die anderen Figuren bleiben eher schwach skizziert. Nielsen geht herum und stellt Fragen, stößt oft auf taube Ohren und kommt dennoch der Wahrheit näher, wenn er auch bei weitem nicht alles durchschaut. Und doch hat das Buch etwas. Spannung ist auf jeden Fall vorhanden, und ich wollte wissen, wer der Mörder ist. Der Autor schaffte es, mich aufs Glatteis zu führen, mit dem tatsächlichen Täter habe ich im Leben nicht gerechnet. Und somit schafft es dieses Buch auf 06/10 Punkte.

Verschollen

Zitat (erster Absatz):

Er hatte sich durch das Gebüsch am Wegesrand gezwängt und gerade einen halben Schritt auf den Weg getan, als er das Auto und die Männer sah. Einer von ihnen stand ihm zugewandt. Er erkannte ihn sofort wieder, ließ den Plastiksack fallen, drehte sich um und begann zu rennen.

Bücher der Reihe:

1. Verschollen – beendet 27.08.2015 – 06/10 Punkte
2. Tod im Sommerhaus
3. Vom selben Blut

25.08.2015

{Gelesen}: Lieblingsgefühle | Adriana Popescu

klick zu Amazon.de

Autor: Adriana Popescu
Titel: Lieblingsgefühle
Reihe: Lieblingsmomente (2)
Genre: Liebesroman
Verlag: Piper ebooks, [14.04.2014]
TB, 416 Seiten, 9,99 €
ISBN: 3492304516
Kindle-Edition: 417 Seiten, 8,99 €
ASIN: B00GZL73TO
als ungek. Hörbuch bei Audible 19,95/18,57/9,95 €
gelesen [auf dem Kindle Paperwhite]

Bewertung: 

Inhaltsangabe (Amazon):

»Alles bedeutet nichts, ohne dich.«
Als Layla von ihrer Weltreise zurückkehrt, warten in Stuttgart viele neue Lieblingsmomente auf sie: die erste eigene Foto-Vernissage, das erste Treffen mit ihrem neuen Galeristen und vor allem das lang ersehnte Wiedersehen mit Tristan. Alles scheint endlich perfekt. Doch während Layla sich über ihren plötzlichen Erfolg freut und eine neue Welt voll großer Chancen entdeckt, bemerkt sie nicht, dass sie alles, was ihr einmal wichtig war, verlieren könnte …

Meine Meinung:

Ist das nicht ein wunderschönes Cover? Schon das erste Cover in Rosa hat mir sehr gut gefallen, doch dieses hat noch eine zusätzliche Bedeutung, was die aufgehängten Fotos angeht.

Das Buch beginnt wie das erste auch eigentlich mit einem Brief von Tristan. Während mir der Brief in “Lieblingsmomente” Hoffnung gab, fühlte ich bei dem Brief in diesem Buch ein schreckliches Loch in meinem Bauch. Und das ist auch der Grund, dass ich das Lesen ein wenig hinauszögerte. Ich wollte nicht, dass sich meine Befürchtung bewahrheitete… Sollte ich die beiden Bücher je wieder lesen, werde ich bewusst die vorangestellten Briefe überblättern. Sie kommen ja ohnehin noch einmal viel weiter hinten.

Was mich an dem Buch so fasziniert ist, dass hier keine Helden oder Gutmenschen skizziert werden, sondern Menschen wie du und ich mit all unseren Fehlern und Schwächen, Wünschen, Sehnsüchten und Träumen. Natürlich ist nicht immer gesagt, dass die große Liebe Bestand hat. Und doch habe ich mir das bei den beiden von Anfang an gewünscht.

Layla ist von ihrer Weltreise zurück, doch wo ist Tristan? Er war nicht am Bahnhof, als er ankommen sollte und auch auf ihrer ersten Ausstellung scheint er durch Abwesenheit zu glänzen. Was ist geschehen? Und warum steht eine fremde Frau unter der Dusche in Tristans Wohnung? – Ihr seht schon, wie ich um die beiden gebangt habe, oder?

Zum Glück ist die Story wirklich spannend, inspirierend und teilweise nervenaufreibend, und dann schafft es die Autorin, mich doch noch komplett zu verblüffen mit einer Wendung um 180°, die mir auch hier wieder ein paar rote Augen bescherte.

Übrigens gibt uns Adriana Popescu am Ende jedes dieser zwei Bücher Tipps, was wir in Stuttgart aufsuchen könnten, um auf Tristans und Laylas Spuren zu wandeln, mit Angabe der Website, Adresse und Informationen wie ein Reiseleiter Smiley mit geöffnetem Mund. Es handelt sich um Restaurants, Bars, Cafés und Orte der Musikszene. Stuttgart ist also eine Reise wert – oder auch zwei Zwinkerndes Smiley 

Mir hat “Lieblingsgefühle” sehr gut gefallen. Auch hier wieder 10/10 Punkte.

Zitat (erster Absatz):

Ich trage ein enges schwarzes Kleid und fühle mich ein bisschen wie eine Figur aus “Sex and the City”. Beccie hat es sich nicht nehmen lassen, mir dabei zu helfen, heute Abend so auszusehen, als hätte ich einen Personal Trainer, einen Maskenbildner und eine Hairstylistin, und ich muss einfach sagen: Meine beste Freundin ist ein Genie, denn ich sehe gut aus, verdammt gut sogar! Aber das muss ich auch, immerhin sind einige potenzielle Kunden und eventuelle Arbeitgeber hier.

Bücher der Reihe:

1.   Lieblingsmomente – beendet 21.08.2015 – 10/10 Punkte
1.5 Tristans Moment (kostenloses Bonuskapitel zu Lieblingsmomente)
      auch enthalten in:
2.   Lieblingsgefühle – beendet 25.08.2015 – 10/10 Punkte

23.08.2015

{Gehört}: Liebste Tess | Rosamund Lupton

klick zu Amazon.de

Autor: Rosamund Lupton
Titel: Liebste Tess
Genre: Thriller
Übersetzer: Barbara Christ
Verlag: Hoffmann und Campe, [19.08.2010]
HC, 384 Seiten, 19,95 €
ISBN: 3455402844
Kindle-Edition: 8,99 €
ASIN: B004WRIP22
Radioropa Hörbuch, [19.11.2013]
Spieldauer: 10 Std., 41 Min (ungekürzt)
Sprecher: Daniela Wutte
MP3-CD: 9,95 €

Bewertung: 

Inhaltsangabe (Amazon):

Tess und Bee sind ein ungleiches Schwesternpaar. Es trennen sie nicht nur etliche Jahre, sondern auch ihre Lebensart und -einstellung. Dennoch vergeht kein Tag, an dem die Kunststudentin und die Karrierefrau sich nicht mindestens mailen. Umso größer ist der Schock, als Bee erfährt, dass Tess tot im Hyde Park gefunden wurde. Bees tiefe Trauer mischt sich mit Wut, als ihre Versuche, die Polizei von ihrer »absurden« Selbstmordtheorie abzubringen, scheitern. Verzweifelt tritt sie die Flucht nach vorn an. In einem langen, ergreifenden Abschiedsbrief an ihre Schwester schildert Bee, wie sie auf eigene Faust ermittelt. Dabei kommt sie nicht nur der Wahrheit immer näher, sondern auch sich selbst - bis sie einen großen Fehler macht.

ungekürzte Lesung auf 1 MP3-CD, Laufzeit: 10:41 Stunden

Meine Meinung:

Das ist der wohl schönste, längste und inhaltsschwerste Brief, den ich je gelesen habe…

Eine interessante Idee, einen Thriller, ja eigentlich schon einen Psychothriller, allein als Brief zu schreiben, als Brief der hinterbliebenen Schwester an deren jüngere tote Schwester.

Tess und Beatrice stehen sich sehr nahe. Als Beatrice’ Mutter sie anruft und sagt, Tess sei verschwunden, setzt sich Beatrice sofort ins Flugzeug und fliegt nach London, um ihre Schwester zu finden. Als sie schließlich tot aufgefunden wird, deutet alles auf einen Selbstmord hin, doch Beatrice kann das nicht glauben und macht Gott und die Welt verrückt, indem sie überall Fragen stellt, um herauszufinden, was wirklich geschehen ist. Als sie endlich alle Antworten auf ihre Fragen bekommt, ist es fast zu spät…

Das Buch fängt sprachgewaltig an und zog mich sofort in Bann. Da Beatrice’ Anschuldigungen und Unglaube lange Zeit nicht für voll genommen werden, klingen die ersten 7 Stunden zunehmend verzweifelt, aber durch die Fruchtlosigkeit auch über lange Strecken etwas mühsam. Erst im letzten Viertel nimmt das Buch so richtig an Fahrt auf, als ich meinen Verdacht bestätigt fand und schlussendlich auch um Bee bangen musste.

Daniela Wutte hat das Buch meines Erachtens hervorragend eingelesen. Vor allem liest sie in einem flotten Tempo und kann dennoch allen Figuren durch sprachliche Nuancierung eigene Stimmen geben. Mir gefiel ihre ganze Art des Sprechens sehr. Deshalb wundert es mich etwas, dass in ihrer Vita nur Filme und Serien auftauchen, in denen sie mitgespielt hat, aber kein Hörbuch erwähnt wird. Aber vielleicht hat sie als erfolgreiche Schauspielerin auch keine Zeit für Hörbücher.

Über die Bewertung habe ich lange nachgedacht. Zum Ende hin würde ich durchaus 9-10 Punkte geben, aber weil sich die Stunden davor teilweise etwas ereignislos dahinschleppten, gebe ich dann doch eher 08/10 Punkte, also eine 2+. Die aber in vollem Maße verdient. Allein die Idee des Briefes in einer wirklich sehr schönen Sprache verdient einen Zusatzpunkt.

Zitat (Beginn):

Liebste Tess,
ich würde alles tun, um jetzt bei dir zu sein, in diesem Moment, weil ich dann deine Hand halten, dir ins Gesicht blicken, deine Stimme hören könnte. Wie kann ein Brief die Berührung, das Sehen und Hören ersetzen – all die sensorischen Rezeptoren und Sehnerven und schwingenden Trommelfelle? Aber wir haben es früher schließlich auch geschafft, Worte als Unterhändler einzusetzen, nicht wahr?

Related Posts Plugin for WordPress, Blogger...

audible.de
Nach Titeln oder Autoren suchen:

Die Suche funktioniert auch nach Sprechern

~~~~~~~~~~